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ERC Ingolstadt 06.09.2014, 14:21

Deutscher Meister - und was nun?

Saisonvorschau ERC Ingolstadt

Vorschau Am Ende ließen die Ingolstädter Panther alle hinter sich. Die großen und kleinen Titelfavoriten, den Serien-Meister aus der Hauptstadt, die Mannheimer und natürlich die Kölner Haie, die im Finale bezwungen wurden. Es war ein wirkliches Eishockey-Märchen, was sich im Frühjahr an der Donau abspielte. Und der Vergleich mit dem Märchen passt noch in einer anderen Hinsicht: Viele Märchen stellen sich im Nachhinein als nicht real oder nachhaltig raus. Auch in Ingolstadt schien im Frühjahr das Team zu zerfallen. Es war nicht wirklich klar, ob der ERC das Unternehmen Titelverteidigung würde anpacken können.

Diese Frage aber ist inzwischen wohl (positiv) beantwortet. Denn nach dem eher peinlichen Schauspiel um die Trennung von Erfolgstrainer Niklas Sundblad und den insgesamt elf überwiegend namhaften Abgängen war es an Manager Jiri Ehrenberger, das Ruder herumzureißen. Immerhin gehört der ERC nicht zu den ganz armen Clubs der Liga. Es gab also trotz mutmaßlich hoher Prämienzahlungen Geld in der Kriegskasse um die schmerzlichen Abgänge zum Beispiel eines Travis Turnbull, eines Tim Conboy oder eines Tyler Bouck zu kompensieren. Doch zunächst musste ja erstmal ein Trainer her. Und noch dazu jemand, der in die großen Fußstapfen des Niklas Sundblad treten konnte. Es war klar, dass ein unbeschriebenes Trainerblatt hier nicht in Frage kam. Und so kam er dann, der Trainer-Altmeister Larry Huras. Vergleichbar ist der 59-jährige Kanadier, der vor allem in der schweizerischen Eishockeyszene eine Legende ist, vielleicht mit Pierre Pagé. Sein Wissen und sein Verständnis vom Eishockey sucht in der Branche seinesgleichen. Allerdings ist Huras wie auch sein ehemaliger Münchner Amtskollege Pagé zuweilen auch als dickköpfig und egoistisch beschrieben worden. Das aber könnten genau die Eigenschaften sein, die benötigt werden, um mit dem enormen Druck des Meistertitels fertig zu werden. Huras war immer schon ein Mann für schwierige Aufgaben. Und sein Vorgesetzter Ehrenberger hat ja in der Zwischenzeit noch rund zwei Dutzend weitere Trümpfe aus dem Ärmel gezogen und dabei vielleicht auch davon profitiert, dass die Ingolstädter Panther durch den DEL-Titel auch einen Namen bekommen haben in der Szene. Belächelt wird der Club nun jedenfalls nicht mehr. So hat die Abwehr mit Aaron Brocklehurst aus Wolfsburg die namhafteste Verstärkung erhalten. Auch dessen Mannschaftskamerad und deutscher Nationalspieler Benedikt Kohl ist natürlich ein wichtiger Baustein für Neu-Trainer Larry Huras. Im Sturm heißt der Star-Neuzugang eindeutig Petr Taticek. Nicht von ungefähr kommt es, dass auch er vor allem in der Schweiz eine Legende ist. In Davos war er jahrelang der Dauerbrenner. Und von seinen Auftritten beim Spengler-Cup dürfte er daher auch deutschen Eishockey-Fans schon bekannt sein. Von ihm darf man ganz sicher einiges erwarten wie auch von Ryan MacMurchy, der vom EHC Biel - natürlich aus der Schweiz - an die Donau wechselt. Auch für Brandon Buck haben die Schanzer in der Schweiz zugeschlagen - er kommt aus Basel.

Zu was wird es nun aber für die Panther reichen? Die Titelverteidigung ist natürlich das Ziel, aber genau wie der Meisterschaftsgewinn nach wie vor wie ein Märchen erscheint, so wirkt auch die Wiederholung eher unrealistisch. In den Playoffs dürften die Panther sicher landen, aber der Titel wird wohl diesmal in eine andere DEL-Stadt gehen.
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