München mit knappen Derbysieg gegen Landshut
Moralschub vor Pokalduell mit "großem Bruder"
Geht es um die politische Ausrichtung oder um die Einstufung von Gerstensaft als Grundnahrungsmittel, dann sind sich die Bayern einig. Doch geraten Vertreter der verschiedenen Regierungsbezirke in sportlichen Wettstreit, dann ist eine heftigere Konkurrenz kaum vorstellbar. Erst recht, wenn die finanzschwachen Niederbayern aus Landshut gegen die aus ihrer Sicht "Großkopferten Traditionslosen" aus München antreten. Nicht erst, aber erst Recht nach der Lizenzübergabe isaraufwärts, als das Beste, was Landshut zu bieten hatte, zusammen mit der DEL-Lizenz nach München wanderte.
So durften sich die Münchner Verantwortlichen endlich einmal wieder über ein gut gefülltes Eisstadion freuen, kamen doch Hundertschaften Gästefans zur Unterstützung ihres Teams mit nach München. Diese sahen bereits nach 61 Sekunden die Vorentscheidung, den frühen Führungstreffer der Hausherren durch Christian Mayr, der Martin Cinibulk im Landshuter Tor umkurvte und ihm dann den Puck unter dem Körper hindurchschob. "Wir haben das erste Drittel verschlafen", gab Landshuts Trainer Danny Naud nach dem Spiel zu:"Wenn wir nach München kommen und nicht bereit sind, von der ersten Minute an zu arbeiten, dann sind wir selbst Schuld, das wurde bestraft".
Einen weiteren Grund für die Niederlage sah Naud im uneffizienten Powerplay seiner Mannschaft:"Bis jetzt war das Powerplay unsere Stärke, aber heute haben wir nicht sehr klug gespielt". Er spielte damit vor allem auf die Zeit zwischen der 47. und 52. Minute an, als München fünf Minuten lang auf einen Spieler verzichten musste. Da stand es nach Treffern von Fabian von Schilcher (München, 35. Minute) und Conny Strömberg (Landshut, 42.Minute) schon 1:2 aus Landshuter Sicht. Aber auch vorher hatten die Gäste einige Powerplaygelegenheiten, die jedoch alle ungenutzt blieben.
Diese Strafzeiten waren der Grund, dass die Gastgebern weniger den Sieg genossen, sondern eher grisgrämig wirkten. Lange mussten VIPs, Presse und die Landshuter Delegation auf Trainer Gary Prior und somnit den Beginn der Pressekonferenz warten. Grund war der Versuch, mittels Videobeweis die an George Kink verhängte Spieldauerdisziplinarstrafe als irregulär zu entlarven: "George hat keine fünf Minuten-Strafe verdient, das sehen wir nicht ein", begann Prior dann seine Ausführungen zum Spiel. "Wir haben heute ein bisschen Glück gehabt, das Glück, das uns in den ersten Spielen vielleicht gefehlt hat. Aber wir haben auch von Beginn an gut gearbeitet, im zweiten Drittel etwas nachgelassen. Der Unterschied heute zwischenbeiden Mannschaften war wohl, dass die Jungs heute sehr gut gestanden haben - auch wenn uns das Spiel wegen der Strafzeiten viel Kraft gekostet hat."
Kraft, die schon am Dienstag im Pokal-Duell gegen Hamburg fehlen könnte. Doch die gestärkte Moral nach dem Derbysieg sollte eine zusätzliche Motivation dazu sein, dass dann mit München ein unfreiwilliger Lizenzgeber auf seinen Nachfolger (Hamburg) trifft.
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